Vereinsgeschichte
Unser DRK-Ortsverein in Vergangenheit und Gegenwart
Aus der Vereinsgeschichte:
Den ideellen Zielsetzungen des Roten Kreuzes fühlt sich unser Jubiläumsverein seit nunmehr 75 Jahre verpflichtet. Dank und Anerkennung verdienen daher auch die Männer und Frauen, die sich vor 75 Jahren zusammen fanden, den RK-Ortsverein zu gründen und das Ideal dieser Organisation in unserer Heimat lebendig werden zu lassen, aber auch all die Männer, Frauen und Jugendlichen, die sich seitdem der Verpflichtung zur aktiven Hilfsbereitschaft gestellt und sie auch erfüllt haben.
Wenn auch keiner der damaligen Mitbegründer des Ortsvereins das diesjährige Jubiläum mehr miterleben kann, so sollen doch stellvertretend für all einige Männer genannt werden , die zeitlebens ihrem Verein und dem Ideal des Roten Kreuzes treu blieben. Sie sind uns als ehrenwerte Bürger unserer Gemeinde in Guter Erinnerung: Dräger Rudolf, Fröhlich Leodegar, Krämer Albert und Rössler Albert.
Die im Jahre 1935 gegründete RK-Kolonne wurde zunächst geführt von Matthias Klein, und im Jahre 1936 übernahm dann Rudolf Dräger die Leitung, die er mehr als drei Jahrzehnte innehatte. Zuständiger Kolonnenarzt, und somit verantwortlich für die fachliche Ausbildung, war der Arzt Dr. Dienhardt aus Beckingen.
Wohl schon im Hinblick auf einen möglichen Krieg wurden in die Ausbildung in Erste Hilfe auch militärische Übungen einbezogen, und durch Verpflichtungen zum Sanitätsdienst erreichte die Kolonne bald eine Stärke von 46 Mitgliedern.
Als dann nach wenigen Jahren des Aufbaus im Jahre 1939, der Kriegsausbruch erfolgte und die Kriegshandlungen auch in unsere Heimat hinein getragen wurden, (Flüchtlinge, Obdachlose, Verwundete und Tote durch Artilleriebeschuss und Fliegerangriffe) forderte dies einen verstärkten Einsatz an der „Heimatfront“, mancher musste auch seinen Sanitätsdienst als Kameraden dienst an der Kriegsfront leisten und dabei selbst Verwundung hinnehmen oder gar den Tod erleiden.
Verständlicherweise konnte durch die Einberufung der wehrdienstfähigen Mitglieder sowie durch das Kriegsgeschehen eine organisierte Vereinsarbeit nur noch in bescheidenem Umfang aufrecht erhalten werden. Sie kam dann nach Kriegsende 1945 zunächst ganz zum Erliegen, da die Tätigkeit des Deutschen Roten Kreuzes von den damaligen Besatzungsmächten untersagt wurde mit der Begründung, dass eine militärähnliche Organisation darstelle. Dieses Verbot führte aber nicht zur Einstellung der Hilfsbereitschaft und der Hilfeleistungen selbst, die gerade in dieser Zeit noch unzureichender ärztlicher Versorgung notwendig waren.
Bedingt durch die damaligen politischen Verhältnisse, durch die das Saarland ein eigenes Staatsgebilde mit wirtschaftlicher Anbindung an Frankreich darstellt, konnte sich dann zwei Jahre nach Kriegsende 1947, ein neuer und eigener Landesverband des Saarländischen Roten Kreuzes konstituieren. Selbstverständlich waren es auch jetzt wieder vor allem die Männer und Frauen der „ersten Stunde“, die sich trotz oder auch wegen der schlimmen Kriegserfahrungen und der wirren politischen Verhältnisse der Nachkriegsjahre zur Neugründung des Ortsvereins bereitfanden. Unter Vorsitz des ehemaligen Kolonnenführer, Dräger Rudolf, der gegen Kriegsende selbst als Sanitäter im Kriegseinsatz war, wurde der Verein wieder aufgebaut. Eine rege und erfolgreiche Aufbauarbeit begann, in der zunächst die gründliche Schulung und Ausbildung der Mitglieder im Vordergrund standen. In der Vereinschronik erfasst sind der erste Lehrgang in Erste Hilfe mit 10 Teilnehmern unter Leitung von Herrn Dr. Dienhardt sowie ein weiterer mit 15 Teilnehmern unter Leitung des zu der Zeit in Reimsbach Bediensteten Lehrer, Oskar Göbel. Ab 1956 übernahm das aktive Mitglied Josef Krutten die Ausbildung. Für diesen besonders wichtigen Aufgabenbereich erwarb auch das langjährige aktive Mitglied Walter Leinen die Lehrbefähigung und tätigt seit 1974 die Schulung und Ausbildung, weiterhin unterstützt von seinem Vereinskameraden Krutten. Neben der regelmäßigen Intensiv-Schulung und Ausbildung der Mitglieder werden Kurse in erster Hilfe auch für Nichtmitglieder kostenlos angeboten, und diese werden gerne, vor allem von den Führerscheinanwärtern, in Anspruch genommen. Als praktische Lebenshilfe erhielten damals auch die Schüler der Entlassungsklasse der Hauptschule Reimsbach diese Ausbildung
Eine organisatorische Umänderung, die vor allem den Landesverband betraf, erfolgte dann wieder nach dem SaarReferendum 1955, wonach das Saarland als neues Bundesland in die Bundesrepublik aufgenommen und somit Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes in der Bundesrepublik wurde. Diese Umorganisation erfolgte für den Ortsverein ziemlich problemlos, da Zielsetzung und Aufgabenbereiche gleich blieben, und zum anderen der erfahrene Vorstand unter Leitung von Dräger Rudolf weiter im Amt blieb. Die Funktion des Vorsitzenden wurde von Dräger in ununterbrochener Folge bis zum Jahre 1972 ausgeübt, also ein Vierteljahrhundert seit der Wiedergründung und insgesamt 36 Jahre seit Vereinsbestehens. So war es mehr als eine Selbstverständliche Dankesgeste und verdiente Auszeichnung, wenn man ihm für seine langjährige, verdienstvolle Tätigkeit das Ehrenzeichen des Deutschen Roten Kreuzes verlieh. Es wurde ihm im Auftrage des damaligen Bundesvorsitzenden des Deutschen Roten Kreuzes, Herrn Bargatzky durch den DRK-Landesvorsitzenden, Herrn W. Gehrlein, überreicht. Der Ortsverein selbst würdigte seine Verdienste durch die Ernennung zum Ehrenvorsitzenden. Dieselbe Ehrung erfuhr auch sein Vereinskamerad Albert Rößler, der eben solange in der Funktion des stellvertretenden Vorsitzenden für den Verein tätig war.
Die Nachfolge in der Vereinsführung wurde dann in der Folge von erfahrenen und engagierten Mitgliedern übernommen. Dies war zunächst das schon in der Funktion des Ausbilders erwähnte Mitglied Walter Leinen, der dem Verein zwei Jahre bevorstand. Ab 1974 übernahm dann das ebenfalls langjährige Mitglied Manfred Schumacher die Leitung. Neben den allgemein vielseitigen Aufgaben in dieser Funktion oblag ihm und seinem Vorstand die Organisation und Ausrichtung des 40-jährigen Vereinsjubiläum.
Von 1983 bis 1997 wurde der Verein von Josef Krutten geführt. Von 1997 bis zum jetzigen Jubiläumsjahr steht der Verein unter der Leitung von Willi Scholtes, der auch seit 1987 die Ausbildung der Helfer in Erste Hilfe und Sanitätsdienst übernahm mit tatkräftiger Unterstützung seine geschäftsführenden und erweiternden Vorstandes. Zu ersteren zählen die Mitglieder Irmgard Schumacher 2. Vorsitzende, Stefan Jakob Schatzmeister, Martina Elteste Schriftführerin, in ihrer Arbeit unterstützt von den Mitgliedern des erweiternden Vorstandes: Oliver Reiter, Junker Burkhard, Scholtes Christian, Doreen Neu, Schönhofen Norbert sowie die Leiterin des Jugendrotkreuzes Tanja Reiter.
Der Verein zählt zur Zeit 195 Mitglieder die sich aufteilen in 33 Aktive und 162 Fördermitglieder und 22 Kinder im Jugendrotkreuz.
Unser RK-Verein heute - ein Verein mit Engagement und Aktivität.
Die Vereinsarbeit unseres RK-Ortsvereins beschränkt sich nicht nur auf vereinsbezogene Aufgaben bei denen Schulung und Ausbildung der Mitglieder verständlicherweise eine bedeutende Rolle spielen sondern seine Tätigkeitsbereiche sind entsprechend der Zielsetzung wesentlich vielseitiger wie dies aus einigen noch zu erwähnenden Aktivitäten deutlich werden.
Im Jahr 1985 wurde eine Tanz- und Gymnastikgruppe gegründet, die nun schon 25 Jahre besteht. Diese trifft sich 1 mal wöchentlich zur Gymnastik, zum Seniorentanz oder zur Wassergymnastik. Ihre tänzerischen Fähigkeiten haben sie in den ganzen Jahren bei vielen Veranstaltungen schon oft gezeigt.
Blut geben rettet Leben.
Wenn die Lebensrettung auch ein allgemeiner Aufgabenbereich des Roten Kreuzes darstellt, so stehen hierfür beispielhaft die von ihm durchgeführte Blutspendenaktionen, den viel benötigten lebensrettenden Saft in ausreichendem Maße zur Verfügung zu haben. Der Bedarf und die Nachfrage sind groß und nur eine große Zahl von Spendern sichert eine ausreichende Versorgung. Der Erfolg begründet sich somit auf die Menschen die dem Aufruf des Roten Kreuzes folgen und vier bis fünfmal im Jahr für eine Spende zur Verfügung stehen, einfach aus dem Bedürfnis anderen zu helfen, ohne Ruhm, ohne Zeitungsartikel – nur so. Ihnen reicht die Gewissheit, dass sie gebraucht werden. Sie leisten Hilfe die nicht belohnt wird, die aber wichtiger ist als je zuvor:
Blut geben, rettet Leben.
So darf auch die von unserem Ortsverein organisierte und ca. alle drei Monate durchgeführte Blutspende lobenswerte Erwähnung finden. Seit dem am 10.08.1978 stattgefundenen ersten Blutspendentermin hat diese Aktion einen beachtlichen Erfolg aufzuweisen. Für die bisher durchgeführten 106 Spendeaktionen kann die Zahl von 12500 Spendern registriert werden. Dass diese so wichtige und segensreiche Aktion so erfolgreich ist, kann in erster Linie dem Engagement, der guten Organisation und im besonderen der lobenswerten Bereitschaft der aktiven Helferinnen und Helfer, einschließlich des Jugendrotkreuzes zugeschrieben werden, die sich stets bereitwillig für den reibungslosen Ablauf dieser personal aufwendigen Aktion zur Verfügung stellen. Der Vollständigkeit halber sollen auch die in diesem Zusammenhang jährlich stattfindenden Ehrungen der Mehrfachspender erwähnt werden.
Im Pflichtprogramm des Jahres steht auch die einmal im Jahr stattfindende Haus- und Straßensammlung, deren Erlös weitgehend für die Erfüllung der vielfältigen Aufgaben Verwendung findet, vor allem im Sanitäts- und Krankendienst sowie auch für die Sozialdienste (Betreuung bedürftiger Mitbürger). Auf diesem Gebiet ist man auch selbst im heimischen Bereich engagiert. So ist man schon seit Jahrzehnten gern gesehener Besucher zur Adventszeit in unseren Altenheimen in Oppen, Beckingen und Düppenweiler. Neben der Freude über diesen Besuch dürfen die Bewohner dieser Heime auch ein Geschenk entgegen nehmen, Eingeschlossen in diese lobenswerte Aktion sind auch die Behinderten und Sozialschwachen unserer beiden Ortsteile Reimsbach und Oppen. Zur Verfügung steht man auch für die Hilfs- und Betreuungsdienste bei gemeindlichen und kirchlichen Veranstaltungen wie die Altentage für die Mitbürger sowie bei besonderen Gottesdiensten (Kommunion und Fronleichnam). Fast das ganze Jahr in die Pflicht genommen ist man durch den Sanitätsdienst bei Schulen, Vereinen und Gemeindeveranstaltungen, sowie auch als Verpflegungseinheit bei Einsätzen der Feuerwehr und großer Schadensereignisse.
Ein eigenes Heim für Schule und Kameradschaftspflege.
Für einen Verein mit so vielen Aktivitäten ist die Verfügbarkeit entsprechender Räumlichkeiten ein besonderes Erfordernis. Jahrelange Bemühungen brachten den erwünschten Erfolg als das durch die Gemeine erworbene ehemalige Telefonumschaltgebäude dank weitgehender Eigeninitiative der Mitglieder zu einem zweckentsprechendem Schulungs- und Kameradenheim umgebaut werden konnte. Es war ein freudiger Anlass in der Vereinsgeschichte als es am 24.10.1980 im Rahmen einer kleinen Einweihungsfeier seiner Bestimmung übergeben wurde.
Auch in Bezug auf Mobilität veränderte sich was, nachdem der alte Sanka 1989 ausgemustert wurde. Bis 1998 dauerte es bis der Ortsverein über den Kat-Schutz wieder einen 7,5 Tonnen LKW bekam und somit wieder ein Transportfahrzeug besaß und die Feldküche zum Einsatz zu bringen. Bereits ein Jahr später – 1999 – wurde dem Ortsverein ein Mannschaftstransportwagen 1 Mercedes Sprinter mit 8 Sitzen überstellt. Nachdem jetzt ein Unterstellplatz gebraucht wurde, wurde dieser in der Vereinsgarage vorläufig untergebracht. Mit Unterstützung der Gemeinde und der Hilfe der DRK Helfer wurde 2002 dann eine Garage am Vereinshaus angebaut. Nach diesen Arbeiten wurde ein Jahr später auch das Dach des Schulungsheims neu gemacht.
Für die Unterstützung seitens der Gemeinde möchte sich der Ortsverein recht herzlich bedanken. Zu den weiteren Renovierungen zählte auch der Einbau einer Heizungsanlage, sowie die Renovierung der Toilettenanlage, des Schulungsraumes und der Küche. Am Schulungsheim selbst wurde außen ein neuer Putz aufgetragen, so dass das Schulungsheim sich in einem neuen Bild in der Gemeinde zeigt. Das neu renovierte Schulungsheim bietet neben der Schulung und Ausbildung auch eine gemütliche Atmosphäre zum kameradschaftlichen Beisammensein, was in diesem Verein einen erfreulich guten Stellenwert hat, und letzthin auch der Vereinsarbeit förderlich ist. Der Kameradschaft dienen auch Ausflüge z.B. nach Venedig, Erfurt, Berlin, Wien, Dresden und weitere.
Ein engagierter Verein in der Dorfgemeinschaft.
Chronik oder Tätigkeitsbericht über unseren DRK-Verein wären unvollständig, wenn nicht auch sein Engagement in der Dorfgemeinschaft für die Gemeinschaftspflege und damit auch seine Kooperationsgemeinschaft zu anderen Vereinen Erwähnung finden würden. So war es der DRK-Ortsverein, der sich als Erster spontan für eine Vereins- bzw. Zeltgemeinschaft bereit fand, als es darum ging unter Verantwortung des Ortsvorsteher mit dem Ortsrat die traditionelle Pfingstzeltveranstaltung weiter zu führen und die bis zum heutigen Tag noch besteht.
So wird wie von Anfang an auch heute noch an Pfingstmontag eine Erbsensuppe aus der Feldküche unseren Gästen angeboten. Des weiteren kann man auch den Tag der offenen Tür beim DRK-Ortsverein zählen, an dem auch wie früher beim Dorffest Grombeerstippcher mit Speck- oder Lauchsoße und Apfelkompott angeboten wird.
Vielseitig sind also die Aktivitäten des Vereins und die Bewältigung all dieser Tätigkeitsbereiche ist nur möglich durch die Bereitschaft der Mitglieder zur aktiven Mitarbeit, wodurch sie auch stets den in diesem Verein vorhandenen Idealismus bestätigen. So darf auch die Zusammenarbeit im kameradschaftlichen Miteinander mit anderen Vereinen lobend anerkannt werden.
45 Jahre Jugendrotkreuz
Das Jugendrotkreuz, als eigenständiger Jugendverband, ist weit mehr als die Nachwuchsorganisation des Deutschen Roten Kreuzes. Die Kinder und Jugendlichen unserer Jugendgruppe wirken eigenständig an Projektarbeiten der verschiedensten Themengebiete im Bereich der Menschlichkeit mit.
Ende 1964 wurde die JRK-Gruppe im Anschluss an einen Erste-Hilfe-Lehrgang in den Abschlussklassen der Hauptschule Reimsbach, mit 16 Schülern unter der Leitung von Hermann-Josef Dräger gegründet. Ab 1969 wurde die Gruppe von Gerhard Schommer lange Jahre geleitet, danach traten Michael Faha und Christa Kuhn die Nachfolge als Leiter/in der JRK-Gruppe an. Nachdem Michael Faha in den 70ger Jahren die Leitung aufgegeben hatte, führte Christa Kuhn die Gruppe bis zum Jahr 2006 alleine. Seit dem wird die derzeit aktive JRK-Gruppe, die zur Zeit 20 Mitglieder führt, von Tanja Reiter geleitet.
In regelmäßig stattfindenden Gruppenstunden wird die Erste-Hilfe gelernt und geübt. Bei den Kreis- und Landeswettbewerben können die Kinder und Jugendlichen ihren Wissensstand auf diesen Gebieten beweisen und sich dabei mit anderen Gruppen messen.
Gerne sind die Jugendlichen des JRK bei den Blutspendeterminen unseres DRK Ortsvereins als hilfreiche Hände willkommen. Bei den Übungs- und Ausbildungsveranstaltungen des DRK-Ortsvereins waren sie als Verletztendarsteller tätig und haben ihre Sache sehr gut gemacht.
Auch die Themen Gesundheit und Umweltschutz sind ein fester Bestandteil der Arbeit des Jugendrotkreuzes. Die aktive Freizeitgestaltung kommt auch nicht zu kurz. Vom Kegelturnier, Minigolf, Eis laufen bis hin zu unserem Zeltlager bietet das Jugendrotkreuz viele Freizeitaktivitäten an.